Laurentiuskirche in Mörlbach

Aus alter Zeit

 

Die erste urkundliche Erwähnung, die über den Ort Mörlbach erhalten geblieben ist, stammt aus dem Jahr 1231.

 

In den darauf folgenden Jahrzehnten begegnen uns in Urkunden und Verträgen immer wieder die Herren von Morelbach. Ab dem Jahr 1234 gehört Mörlbach dann zum Herrschaftsgebiet der Herren von Endsee,

welche auch den Nachbarort Habelsee zu ihren Besitzungen zählen.

Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts gehören beide Ortschaften zur Herrschaft der Grafen von Hohenlohe-Endsee und kirchlich zur Pfarrei Steinach.

 

Nach dem Niedergang des Adelsgeschlechtes derer von Hohenlohe-Endsee fällt Mörlbach an die Stadt Uffenheim und damit an die Burggrafen von Nürnberg.

 

Die Gründung der Pfarrei Mörlbach fällt in den Zeitraum zwischen den Jahren von 1380-1385. Wann der Grundstein für den ersten Kirchenbau in Mörlbach gelegt wurde ist unbekannt. Geweiht wurde die Mörlbacher

Kirche dem Heiligen Laurentius. Als Schnitzfigur grüßt er alle Besucher und Gäste der Kirche von seinem Platz rechts im Kirchenschiff. Laurentius war Diakon in der Gemeinde in Rom zur Zeit des Papstes Sixtus II.

 

Der Legende nach war Laurentius als Erzdiakon von Rom Stellvertreter des Papstes und zuständig für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens. Der damalige römische Kaiser Valerian hatte Papst Sixtus enthaupten

lassen und von Laurentius gefordert alles Eigentum der Kirche innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Laurentius aber verteilte das Kirchenvermögen an die Gemeinde, versammelte die Armen und Kranken der Stadt und präsentierte sie dem Kaiser als „den wahren Reichtum der Kirche“. Kaiser Valerian ließ ihn daraufhin foltern und dann durch Grillen auf einem eisernen Rost qualvoll hinrichten. Deshalb hält auch das hölzerne Abbild des Mörlbacher Kirchenpatrons einen stilisierten Rost in den Händen.

 

Seit 1414 steht die Mörlbacher Kirche unter der Patronatsherrschaft der Grafen von Castell. Im Jahr 1528 wird dann die evangelische Glaubenslehre in dem zum brandenburgischen Ansbach gehörenden Ort eingeführt. Von 1618-1648 tobt in Europa der Dreißigjährige Krieg. Es sind schlimme Jahre für die Menschen in Mörlbach. 

 

Aus dem Jahr 1627 wissen wir von 68 Pesttoten in Mörlbach, von den Jahren 1641/42 wird berichtet, dass der Ort ganz öd und leer gewesen ist.

 

Erst nach dem Westfälischen Friedensschluss von 1648 geht es mit Mörlbach langsam wieder aufwärts.

 

Ab 1663 ist wieder ein eigener Pfarrer in Mörlbach, das nun mit Habelsee zu einer Doppelpfarrei zusammengelegt wird. In den Jahren 1714/15 wird die Laurentiuskirche erweitert, dabei erhält das Kirchenschiff sein heutiges Aussehen.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kommt Mörlbach zum Dekanat Rothenburg. An Weihnachten 1910 wird in der Laurentiuskirche im Rahmen eines Liturgischen Gottesdienstes die neue Strebel-Orgel feierlich eingeweiht. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges werden das Kirchturmdach und die Kirchenfenster stark beschädigt. Doch dank der Opferbereitschaft der Gemeinde erhält die Laurentiuskirche im Jahr 1948 neue Bleiglasfenster und im Jahr 1952 eine neue große Glocke.

 

Im Jahr 1961 wird die frisch restaurierte Kirche von Pfarrer Hans Schwemmer neu geweiht.

 

Die St. Laurentiuskirche in Mörlbach ist eine sogenannte Chorturmkirche und sie ist der weithin sichtbare Mittelpunkt des Ortes Mörlbach.

 

Verfasser: Markus Mittmann, Habelsee