Glockenläuten bewegt bis heute: Pfarrer Reinhard Baust wird neuer Seelsorger der Pfarrei Ohrenbach -Steinach

STEINACH/ENS. Kaffeeduft zieht durch das evangelische Gemeindehaus, der neue Hausherr Pfarrer Reinhard Baust stellt sich im Gespräch mit der WZ vor.

 

Sein Blick aus einem Fenster des ersten Stockes streift über den Ort hinüber zur Frankenhöhe. Ländliche Idylle, vom Seelsorger so gewünscht. „Ich habe mich bewusst für das Leben auf dem Lande entschieden, für ein Dorf, und die Pfarrei Ohrenbach-Steinach war erste Wahl“, sagt Baust.

 

Die ersten Augenblicke zeigen: Da sitzt ein fröhlicher, offener Mensch, tief im Glauben verwurzelt, voller Vorfreude auf die kommenden Aufgaben als Geistlicher in einer Pfarrei mit vier Kirchengemeinden und fünf Gotteshäusern.

 

30 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Erlangen-Bruck. 2009 Beginn des Theologie-Studiums zunächst in Erlangen, dann in Heidelberg. Kirchliches Examen. Dann Vikariat im unterfränkischen Dorf Kleinheubach und in München, das er im Februar abgeschlossen hat.

Fakten, die Reinhard Baust auch im Gemeindebrief von

sich preisgegeben hat. 

 

Dort ist auch nachzulesen, dass die Glocken für den kleinen Buben Reinhard Baust das Faszinierendste an Kirchen waren. Auf Nachfrage folgt erst mal ein herzhaftes Lachen und ein Geständnis: Das 12-Uhr-Läuten sonntags im Bayerischen Rundfunk hat er mit dem Kassettenrecorder aufgenommen und auf der Modelleisenbahn stand eine Kirche mit Glockengeläut. Das Läuten ging solange, bis von der Mutter ein Kurzes „Nun reicht’s aber“ kam. Baust wird dann ernst: „Das Erklingen der Glocken verbinde ich mit Geschichten und Erinnerungen, Glockengeläut ist das Verbindende zwischen

Himmel und Erde. Nicht zuletzt sind sie mit ihren unterschiedlichen Klängen jeweils auch ein Stück Heimat.“ Hier schließt sich der Kreis zum gläubigen Christen, der Gottes Wort verkünden will: Heimat ist Gemeinde, der direkte Kontakt mit den Menschen, Begegnungen und Zusammenarbeit innerhalb der Pfarrei. 

 

Besuche bei den Gläubigen eingeschlossen. Leiten lässt sich Reinhard Baust dabei vom Bibelwort „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

 

Geprägt und den beruflichen Werdegang mit vorgezeichnet haben die Großeltern Reinhard Bausts. Der Großvater war ebenfalls Pfarrer, die Großmutter tiefgläubig. Beten war wertvolle Zeit, in der man mit Ernst und ganzem Bewusstsein dabei war, ebenso wie beim Lesen in der Bibel. Für Baust keine verstaubte alte Angelegenheit: „Das hat mir auch heute im Alltag etwas zu sagen, da ereignet sich etwas für mein Leben, bei mir habe ich das Gefühl, dass Spiritualität vorhanden ist. Die ist sehr wertvoll und kostbar, die trägt mich.“

 

Diese Geborgenheit will der Seelsorger in seinen Predigten vermitteln. Auch hier soll gelten: keine verstaubte, alte Sprache, aber Klarheit beim Verkünden vom Wort Gottes.

Und das nicht nur auf der Kanzel. „Beständig sein, Verbindlichkeit gegenüber den Menschen ist mir wichtig“, sagt Baust, „sich auf ein Wort verlassen können.“ Passend dazu ist der Lieblingsort des Pfarrers unter Menschen bei guten Gesprächen. Dazu gibt es in den kommenden Monaten Gelegenheit, in Seniorenkreisen, bei der Landjugend, im Frauenkreis, Kirchenvorstand und vielen weiteren Kontakten.

 

Am Samstag, 14. März, findet die Ordination, seine Einführung in die erste Pfarrstelle nach dem Vikariat, statt. Die Feier mit Regionalbischöfin Gisela Bornowski und Dekan Hans-Gerhard Gross beginnt um 14.30 Uhr in der Marienkirche in Steinach/Ens.

 

Windsheimer Zeitung am 29.02.2020 /

Text und Foto: Hans-Bernd Glanz


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Zeitungsartikel mit freundlicher Genehmigung
Artikel in der Windsheimer Zeitung vom 29.02.2020 von Hans-Bernd Glanz
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